Hallenbad Drispenstedt vor dem Aus ?
Kein Zuschuss aus Berlin
Die Hoffnung war groß auf den Geldsegen aus Berlin – wohl nur mit einer üppigen Förderung aus dem Topf des Bundes für die Sanierung von Schwimmhallen in ganz Deutschland könnte auch das Hallenbad in Drispenstedt für die Zukunft fit gemacht werden. Das hatten alle lokalen Verantwortlichen noch im Juli klargemacht. Und nun die Hiobsbotschaft aus der Hauptstadt: Der Bund unterstützt insgesamt 195 Kommunen bei ihren jeweiligen Projekten und verteilt dabei 250 Millionen Euro – doch nach Drispenstedt fließt in dieser Runde kein Cent. Bedeutet das möglicherweise das Aus der Schwimmhalle in Hildesheims Nordosten?
Halle aus den 1970er Jahren
Die Stadt Hildesheim hatte beim Bund eine Förderung in Höhe von rund sechs Millionen Euro aus dem Topf „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“ beantragt. Würde das Geld aus der sogenannten „Sportmilliarde“ fließen, wollte die Stadt selbst zwei Millionen Euro der Gesamtsumme übernehmen. Den fehlenden Betrag, so der Plan, sollte die Wohnungsbaugesellschaft gbg zahlen. Die städtische Tochter hat bereits rund 300.000 Euro in Planungskosten und Gutachten investiert.
Die gbg ist Eigentümerin des Hallenbads, das an den Verein für Schwimmsport (VfS) verpachtet ist. Der stellvertretende Vorstand des städtischen Tochterunternehmens, Jens Bollmann, hat im Sommer deutlich gemacht, dass die gbg willens ist, die in den 1970er-Jahren errichtete und inzwischen teils marode Schwimmhalle auf Vordermann bringen zu lassen. 8,7 Millionen Euro würde das nach bisherigen Kalkulationen kosten. Klar ist nach Angaben Bollmanns auch: Ohne baldige Sanierung droht die Schließung. Die Gebäudesubstanz sei „massiv angegriffen“, so Bollmann.
Absage aus Berlin
Doch die erhoffte Förderzusage aus Berlin ist ausgeblieben. Am Donnerstag hat der Haushaltsausschuss des Bundestags die Liste der Kommunen und Bäder benannt, die Geld aus dem Sanierungsprogramm erhalten. Hildesheim und das Drispenstedter Bad fehlen in dieser Liste.
„Wir bedauern die Absage des Bundes“, erklärt gbg-Sprecherin Fenja Nönken gegenüber dieser Zeitung. Aber sie sichert zu, den Plan zur Sanierung weiterzuverfolgen.
„Wir gehen davon aus, dass entsprechende Förderprogramme künftig erneut aufgelegt werden und damit eine weitere Möglichkeit zur Antragstellung besteht.“
Bis dahin werde das Unternehmen den Fokus darauf legen, den laufenden Betrieb des Hallenbads aufrechtzuerhalten. Und selbst für den Fall, dass auch künftig keine ausreichenden Fördermittel nach Hildesheim fließen, will die gbg Stand jetzt noch nicht von einem definitiven Aus für die Schwimmhalle sprechen.
Nönken sagt: „Dann werden wir gemeinsam mit der Stadt die weiteren Möglichkeiten prüfen.“



