SIR... Homepage

- Aktuelles aus Drispenstedt -

Sanierung des Hallenbades Drispenstedt

Warum die Sanierung des Hallenbades Drispenstedt alternativlos ist

Bericht in „Hildesheimer Allgemeine Zeitung
vom 03. Juli 2026 :

Wenn das Drispenstedter Hallenbad nicht innerhalb der nächsten Jahre grundlegend saniert wird, wird es wohl schon bald nicht mehr verkehrssicher sein.
„Dann droht die Schließung“, sagt der stellvertretende Vorstand der städtischen Wohnungsbaugesellschaft gbg, Jens Bollmann. Die gbg ist Eigentümerin des zwischen 1975 und 1977 errichteten Objekts und will das Schwimmbad möglichst schnell für zusammen 8,7 Millionen Euro sanieren lassen.
Allerdings hängt der Finanzierungsplan an einer öffentlichen Förderung: Die Stadt hat beim Bund eine Förderung in Höhe von rund 6 Millionen Euro aus dem Topf „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“ beantragt. Fließt das Geld aus der sogenannten „Sportmilliarde“, will die Stadt selbst 2 Millionen Euro schultern. Den fehlenden Betrag will die gbg zahlen. Die städtische Tochter hat bereits rund 300.000 Euro in Planungskosten sowie erforderliche Gutachten gesteckt.

Weder die gbg noch der VfS könnten den Betrag allein auffangen
Trotzdem ist nicht garantiert, dass der Löwenanteil aus dem Bundesprogramm auch tatsächlich kommen wird. Klar ist, dass weder die gbg noch der das Bad pachtende Verein für Schwimmsport (VfS) ihn auffangen könnten. In diesem Fall würde die Diskussion um die anfallenden Kosten in Drispenstedt im Speziellen und die im Stadtgebiet vorhandenen Wasserflächen im Allgemeinen wohl erneut losgehen.

Wer in den Keller des Schwimmbades hinabsteigt, bekommt eine Ahnung davon, wie umfangreich die Schäden schon sind. Wie in Tropfsteinhöhlen hat dauerhaft tropfendes Wasser über Jahrzehnte Stalaktiten und Stalagmiten zwischen Decke und Boden wachsen lassen. Im Technikraum steht eine verrostete Notfallpumpe, die kaum mehr anspringen würde, sollte es einmal erforderlich sein. Überall innen wie außen hat Feuchtigkeit Ausblühungen und Korrosion hinterlassen. Die Lüftung: mangelhaft. Der Zustand von Umkleiden und Toiletten: kaum besser.
„Die Substanz ist massiv angegriffen“, sagt Bollmann, der zum Jahreswechsel die Nachfolge von gbg-Chef Jens Mahnken antreten soll. Es sei deshalb wichtig, möglichst bald zu handeln.

Allein während der Ferien 100 Kinder täglich im Wasser
Verpachtet hat die gbg das Schwimmbad an den VfS, der es seit Jahrzehnten betreibt. Vereinsvorsitzender Tom Bodenbach weist auf die besondere Rolle des kleinen Bades für ganz Hildesheim hin.
„In Drispenstedt ist jeden Tag von morgens bis abends Betrieb“, sagt der Mann, der gleichzeitig die Schwimmabteilung des Sportvereins VfV leitet. Jedes Jahr würden hier rund 700 Mädchen und Jungen Schwimmen lernen. Das Bad werde von sechs Schulen und den Hellas-Wasserballern genutzt. Es biete Kurse für muslimische Frauen und erwachsene Nichtschwimmer an und werde zudem für Reha-Sport genutzt. Aus allen Hildesheimer Stadtteilen sowie aus Kommunen im Landkreis kämen Nutzerinnen und Nutzer.
„Jetzt in den Ferien haben wir jeden Tag 100 Kinder im Wasser.“
Bodenbach und Bollmann sehen das Bad deshalb auch nicht als reines Schwimmbad, sondern als wichtige „soziale Komponente“ für die ganze Stadt. Es zu erhalten, müsste deshalb im Interesse aller sein.

Schwimmbadsanierung im Landesbildungszentrum beginnt im Sommer
Wenn die Finanzierung in trockenen Tüchern ist, würden die Arbeiter frühestens Mitte 2027 anrücken. „Lieber wäre es uns, wenn es etwas später beginnt“, sagt Bodenbach. Im Stadtgebiet besteht laut Wasserflächenbedarfsanalyse derzeit eine Versorgungslücke für den Schwimmsport. Und gerade erst ist bekannt geworden, dass auch das Land sein Lehrschwimmbecken im Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte sanieren lässt. Das Bad wird ebenfalls von Sportvereinen und Schulen genutzt.
„Es wäre gut, wenn es wieder zur Verfügung steht, wenn die Arbeiten in Drispenstedt beginnen“, sagt Bodenbach. Ansonsten werde man versuchen, die Schwimmzeiten auf andere Bäder zu verteilen. Der VfS betreibt insgesamt vier Schwimmbäder in Hildesheim. Drei davon sind Hallenbäder.
Darüber hinaus richten sich die Augen bei der Suche nach einem Ausweichquertier meist von ganz allein in Richtung Wasserparadies, das aber ebenfalls kaum Spielraum hat. Vorschlägen für ein weiteres Hallenbad hatte die Politik unlängst eine Absage erteilt. 55 Millionen Euro Gesamtkosten waren den meisten am Ende zu teuer.

Für eine vergrößerte Darstellung bitte direkt auf das jeweilige gewünschte Vorschaubild klicken :